🥂 Weniger ist mehr: Wie sich Alkohol wirklich auf dein Herz auswirkt

Ein Gläschen Rotwein fürs Herz? Diese oft zitierte Empfehlung steht auf wackeligen Füßen. Eine aktuelle Stellungnahme der American Heart Association zeigt: Der Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Herzgesundheit ist komplex – und viele Mythen gehören überdacht.

Was wir über Alkohol und das Herz glaubten – und was wirklich stimmt

Über Jahre galt moderater Alkoholkonsum als möglicherweise herzschützend – insbesondere bei Erkrankungen wie Herzinfarkt oder koronarer Herzkrankheit. Doch neue Daten und bessere Forschungsmethoden stellen diese Annahmen zunehmend infrage. Besonders der Konsum von mehr als zwei Getränken täglich erhöht klar das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Was sagt die Wissenschaft?

Die Stellungnahme der American Heart Association fasst die aktuelle Studienlage zusammen:

  • Niedriger Konsum (≤1 Getränk/Tag bei Frauen, ≤2 bei Männern): Möglicherweise leicht reduziertes Risiko fĂĽr Herzinfarkt oder koronare Herzkrankheit. Ein klarer Nutzen konnte jedoch nicht bewiesen werden.
  • Höherer Konsum (≥3 Getränke/Tag): Deutlich erhöhtes Risiko fĂĽr Bluthochdruck, Schlaganfall, Herzrhythmusstörungen (wie Vorhofflimmern) und Herzschwäche.
  • Binge Drinking (≥4–5 Getränke auf einmal): Besonders riskant – vor allem fĂĽr junge Erwachsene. Erhöht die Wahrscheinlichkeit fĂĽr Herzrhythmusstörungen und Schlaganfälle deutlich.
  • Herzrhythmusstörungen: Bereits geringe Mengen Alkohol können bei empfindlichen Personen Vorhofflimmern auslösen.
  • Langzeitfolgen: Chronisch hoher Alkoholkonsum kann zu alkoholischer Kardiomyopathie fĂĽhren – einer krankhaften Herzmuskelschwäche.

Zudem gibt es Hinweise darauf, dass Frauen stärker gefährdet sind – bereits bei geringeren Alkoholmengen – und dass ältere Menschen empfindlicher auf die Wechselwirkungen mit Medikamenten reagieren.

Fazit: Alkohol ist kein Gesundheitselixier fĂĽrs Herz

Die Daten zeigen: Ein klarer Nutzen von Alkohol auf das Herz lässt sich wissenschaftlich nicht belegen. Dagegen sind die Risiken bei übermäßigem oder regelmäßigem Konsum gut dokumentiert. Wenn überhaupt, sollte Alkohol nur in sehr kleinen Mengen konsumiert werden – und am besten gar nicht.

🛠️ Praxistipps für den Alltag

  1. Beratung statt Beschönigung: Informiere deine Klient:innen darüber, dass Alkohol kein fester Bestandteil eines gesunden Lebensstils ist – auch nicht in kleinen Mengen.
  2. Zielgruppenorientiert kommunizieren: Frauen, ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen sollten besonders vorsichtig sein.
  3. Alternativen anbieten: Ein alkoholfreier Cocktail oder ein Tee am Abend können ebenso entspannend sein – ohne gesundheitliche Risiken.
  4. Binge Drinking aufdecken: Besonders bei jungen Erwachsenen lohnt sich ein Blick auf das Trinkverhalten an Wochenenden oder Feiertagen.
  5. Alkohol als Kalorienbombe: Alkohol enthält 7 kcal pro Gramm – das summiert sich schnell zu einem „unsichtbaren“ Energieträger.

Studientitel: Alcohol Use and Cardiovascular Disease: A Scientific Statement From the American Heart Association
Quelle: Circulation. 2025;151:e00–e00. DOI: 10.1161/CIR.0000000000001341


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