🩸🧪Milchprodukte und Diabetes: Welche Sorten wirklich schützen – und welche nicht

Milch gilt seit Jahrzehnten als gesund – doch wie sieht es wirklich aus, wenn es um unser Diabetesrisiko geht? Zwei große wissenschaftliche Studien zeigen: Nicht alle Milchprodukte wirken gleich. Während einige das Risiko für Typ-2-Diabetes senken können, scheinen andere es sogar zu erhöhen. Hier erfährst du, worauf du achten solltest.

Was die Studien herausgefunden haben

🟦 Zhang et al., 2021 – Das große Ganze

In einem sogenannten Umbrella Review wurden 41 Meta-Analysen mit insgesamt 45 Gesundheitsoutcomes ausgewertet. Ergebnis: Der Konsum von etwa 200 ml Milch pro Tag ist mit einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Übergewicht verbunden. Milch wurde damit insgesamt als gesundheitsförderlich eingestuft – allerdings ohne Differenzierung der Milchprodukte.

🟩 Zhang et al., 2025 – Der differenzierte Blick

Die neuere Langzeitstudie aus Schweden mit über 26.000 Personen zeigt, dass nicht alle Milchprodukte gleich wirken – insbesondere beim Risiko für Typ-2-Diabetes:

  • 🟢 Fermentierte Milchprodukte wie Joghurt, Kefir, Dickmilch oder Skyr:
    Ein regelmäßiger Konsum (ab ca. 300 g/Tag) war mit einem leicht reduzierten Diabetesrisiko verbunden.
  • ⚪ Butter und Sahne (fettreich):
    Auch diese überraschend positiv – bei höherem Verzehr zeigte sich ein niedrigeres Risiko für Typ-2-Diabetes.
  • đź”´ Nicht fermentierte Milch (z. B. Trinkmilch):
    Mehr als 1 Liter pro Tag war mit einem bis zu 40 % höheren Risiko für Typ-2-Diabetes assoziiert.

Ein besonderes Merkmal dieser Studie: Die Forscher analysierten auch sogenannte Metaboliten im Blut – also Stoffwechselprodukte, die zeigen, welche Milchprodukte konsumiert wurden. Ergebnis: Jedes Milchprodukt hatte ein eigenes Stoffwechselprofil, was darauf hindeutet, dass sie sehr unterschiedlich auf unseren Körper wirken.

🧩 Zusammenfassung – Das Wichtigste in Kürze

  • Milch ist nicht per se gut oder schlecht – es kommt auf Art und Menge an.
  • Fermentierte Produkte wie Joghurt, Kefir oder Skyr sowie Butter und Sahne scheinen protektiv gegen Typ-2-Diabetes zu wirken.
  • Hoher Konsum von nicht fermentierter Milch (z. B. mehr als 1 l/Tag) kann das Risiko erhöhen.
  • Ein moderater Milchkonsum (200 ml/Tag) ist laut Gesamtstudienlage gesundheitsförderlich, sofern individuelle Verträglichkeit gegeben ist.

💡 Praxistipps – So kannst du das Wissen umsetzen

  • Setze auf fermentierte Milchprodukte: Naturjoghurt, Kefir, Buttermilch oder Skyr sind nicht nur lecker, sondern auch vorteilhaft fĂĽr deinen Stoffwechsel.
  • Milch bewusst dosieren: 1–2 Gläser Milch am Tag sind unbedenklich – groĂźe Mengen (>1 l) solltest du aber meiden.
  • Fett ist nicht automatisch schlecht: Butter und Sahne in moderaten Mengen können sogar schĂĽtzen – achte aber auf das Gesamtfettprofil deiner Ernährung.
  • Abwechslung und Qualität zählen: Unterschiedliche Milchprodukte haben unterschiedliche Wirkungen – kombiniere klug und bevorzuge naturbelassene Varianten ohne Zuckerzusatz.

📌Studientitel & Quellen

  1. Zhang, X., Chen, X., Xu, Y. et al. Milk consumption and multiple health outcomes: umbrella review of systematic reviews and meta-analyses in humans. Nutr Metab (Lond) 18, 7 (2021). https://doi.org/10.1186/s12986-020-00527-y
  2. Zhang, S. et al. Dairy intake, plasma metabolome, and risk of type 2 diabetes in a population-based cohort. Am J Clin Nutr. 2025;121:1137–1148. https://doi.org/10.1016/j.ajcnut.2025.02.023

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