💥 Brausetabletten mit Überraschungseffekt: Wie viel Salz steckt wirklich in Nahrungsergänzungsmitteln?

Sie sprudeln fröhlich im Glas und versprechen Gesundheit in Tablettenform – doch viele Brausetabletten enthalten unerwartet viel Salz. Ein aktueller Marktcheck zeigt: Wer regelmäßig solche Nahrungsergänzungsmittel (NEM) einnimmt, könnte unbewusst seine tägliche Salzzufuhr deutlich erhöhen – mit möglichen gesundheitlichen Folgen.

Was die Studie herausgefunden hat

Nahrungsergänzungsmittel sind für viele Menschen Teil der täglichen Gesundheitsroutine – drei von vier Personen in Deutschland greifen regelmäßig zu solchen Produkten. Besonders beliebt sind Brausetabletten mit Vitaminen und Mineralstoffen: Einfach im Wasser aufgelöst, schnell trinkbereit und geschmacklich angenehm.

Doch genau hier liegt das Problem: Damit Brausetabletten schön sprudeln, enthalten sie meist Natrium in Form von Natriumhydrogencarbonat – besser bekannt als Natron. Dieses sorgt für die sprudelnde Reaktion, bringt aber auch Salz (chemisch: Natriumchlorid) ins Spiel. Der Salzgeschmack bleibt dabei oft unbemerkt – das Endprodukt schmeckt meist fruchtig-sauer statt salzig.

Ein Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW hat jetzt 72 frei verkäufliche Brause-NEM untersucht – mit teils überraschenden Ergebnissen. Im Schnitt enthielt eine Tablette 0,67 g Salz – das entspricht etwa 11–14 % der von Fachgesellschaften empfohlenen täglichen Höchstmenge. In Extremfällen – etwa bei einem Kollagenprodukt – lag die Tagesdosis sogar bei 1,46 g Salz, also rund einem Viertel des WHO-Tageslimits. Besonders hoch war der Salzgehalt in Multivitaminprodukten, auch für Kinder.

Das Problem: Hersteller müssen auf Nahrungsergänzungsmitteln (anders als bei normalen Lebensmitteln oder Arzneimitteln) den Salzgehalt meist nicht deklarieren. Verbraucher:innen können die Salzzufuhr also kaum abschätzen – insbesondere für salzsensitive Personen mit Bluthochdruck ist das kritisch.

Der Zusammenhang zwischen zu hohem Salzkonsum und Bluthochdruck ist wissenschaftlich gut belegt. Bluthochdruck wiederum gilt als einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen – die häufigste Todesursache in Deutschland. Die WHO empfiehlt deshalb eine tägliche Salzaufnahme von maximal 5 Gramm, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät zu maximal 6 Gramm – doch Männer in Deutschland liegen im Schnitt bei 10 Gramm pro Tag.

Bild von Renate Köppel auf Pixabay

🧩 Zusammenfassung – Das Wichtigste in Kürze

Brausetabletten enthalten oft mehr Salz, als Verbraucher:innen vermuten – mit möglichen gesundheitlichen Risiken, insbesondere bei regelmäßigem Gebrauch. Der Salzgehalt muss auf Nahrungsergänzungsmitteln nicht angegeben werden, was eine bewusste Steuerung der Salzzufuhr erschwert. Besonders Menschen mit Bluthochdruck oder salzsensitivem Blutdruck sollten daher wachsam sein.

💡 Praxistipps – So kannst du das Wissen umsetzen


✅ Nahrungsergänzung überdenken: Der Bedarf an Vitamin C und Co. lässt sich meist problemlos über eine ausgewogene Ernährung mit Obst und Gemüse decken.

Wenn es denn doch sein soll:

✅Alternativen wählen: Statt Brausetabletten lieber auf Kapseln, Tabletten oder Pulver ausweichen – diese enthalten in der Regel kein Natrium.
✅ Verpackung prüfen: Falls Angaben zum Salz- oder Natriumgehalt vorhanden sind, genau hinsehen – besonders bei Produkten für Kinder oder Sportlernahrung.
✅ Dosis anpassen: Eine halbe Tablette kann oft ausreichend sein – vorher mit Ärztin, Arzt oder Ernährungsberatung abstimmen.

💡
Sensibel bei Bluthochdruck: Menschen mit Bluthochdruck sollten auf Brausetabletten besser verzichten oder gezielt salzarme Produkte wählen.

Studientitel:
Marktcheck „Salzgehalt in Nahrungsergänzungsmittel-Brausetabletten“ – Verbraucherzentrale NRW, April 2025.

Link: https://www.verbraucherzentrale.nrw/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/nahrungsergaenzungsmittel-brausetabletten-mit-sprudelnder-nebenwirkung-106595


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